| |
Zwei Tage nach der Ankunft ging es los. Sechs Tauchgänge, die mich vom Open Water Diver zum Advanced Open Water Diver befördern sollten. Als ich um 8 Uhr Morgens im Divecenter ankam saß dort schon Zed. Mein Tauchbuddy. Ein richtig lustiges Mädel aus Birmingham. Obwohl mein Englisch ja immer besser wird, konnte ich sie meistens nicht verstehen. Sie spricht so schnell mit einem seltsamen Slang. Na ja, ihre Freundin war noch schlimmer ehrlich gesagt. Da dachte ich teilweise die spricht eine andere Sprache.
Jedenfalls hatten wir sechs tolle Dives zusammen. Der erste war ein Boyancy Perfection Dive. Hier perfektioniert man seine Fähigkeit im Wasser auf einer Tiefe zu schweben. Das passiert über das BCD, das Boyancy Control Device (eine Weste die man mit Luft füllen und leeren kann) und über die Lungen. Mit den Lungen macht man praktisch das Feintuning. Wenn man tief einatmet steigt man auf und wenn man ausatmet sinkt man wieder. Wenn man das drauf hat, dann bringt tauchen richtig Spaß. Man schwebt halt kontrolliert durch die Gegend. Gerade wenn man Wreck-Diving macht ist das eine essentielle Fähigkeit. Sonst stößt man ja überall gegen. Der zweite Dive war ein Navigation-Dive. Hier lernt man unter Wasser mit dem Kompass zu navigieren. Eine ganz simple Sache eigentlich.
Allerdings ist mir was Blödes beim ersten Dive passiert. Ich hatte wieder so einen Druck auf den Nasennebenhöhlen beim Abstieg. Das hatte ich in Cairns ja auch schon mal. Und da ist der Schmerz mit der Zeit dann weggegangen. Beim ersten Dive aber nicht. Und plötzlich, in 18m Tiefe, macht es „knack“ und meine linke Seite der Taucherbrille ist voller Blut. Mhh, dachte ich, das ist ja nicht so gut. Ich hab dann erstmal die Brille ausgeblasen, aber das Blut lief einfach weiter. Den ganzen Dive lang hörte es nicht auf. So musste ich alle paar Minuten die Brille ausblasen. Und selbst nach dem Dive lief das Blut aus der Nase. Mein Tauchlehrer sagte, dass es mal passieren kann. Das sei nicht weiter schlimm. Und beim zweiten und allen anderen Dives hatte ich auch keine Schmerzen und kein Blut mehr in der Brille. Wahrscheinlich sind meine Nasennebenhöhle nun endlich und für immer frei ;)
Der dritte Dive war Wreck- und Deep-Diving zusammen. Deep-Diving bedeutet, dass man tiefer als 18m taucht. Bis maximal 30m. Auch wenn sich das nicht nach einem großen Unterschied anhört, birgt es viele Gefahren. Man darf nämlich mit normaler Atemluft in den Tanks nur maximal 12 Minuten in dieser Tiefe bleiben, da sonst die Stickstoffkonzentration im Blut zu stark ansteigt. In 18m tiefe kann man über eine Stunde bleiben. Zum anderen besteht die Gefahr einer Nitrogen Narcosis. Weiß grad nicht wie man das am besten übersetzt. Aber ab 24m kann man halt breit von dem Zeug werden. Deswegen mussten wir in 30,7m tiefe auch Matheübungen machen und Bis 20 zählen. Wenn man diese Narcosis hat, soll man total schwachsinnig werden. Ich habe eine Schwedin auf dem Boot kennen gelernt, die das mal hatte. Sie meinte das ist lustig, man lacht sich tot und alles ist toll. Sobald man wieder über 24m ist, geht das weg. Die Sache an sich ist nicht gefährlich, aber man merk halt nichts mehr. „Oh, ich hab keine Luft mehr? Ha ha, was solls“. Ich habe leider nichts davon gemerkt. Und die Matheaufgaben habe ich unter Wasser sogar schneller als auf dem Boot gelöst. Nach ein paar Minuten auf 30,7m sind wir dann auf 24m gestiegen und haben das Wrack erkundet. Das war so cool. So viele Fische die jetzt in diesem Boot leben. Eine total abgefahrene Unterwasserwelt. Und wie groß diese Fähre war. Leider sind wir nicht durch die Flure und in die Kajüten getaucht. Dafür muss man wieder eine spezielle Ausbildung machen. Aber dieser Tauchgang war mit Abstand der beste in meinem Leben. Sind ja nun auch schon 12.
Der vierte Dive war ein Computer-Dive. Das bedeutet eigentlich nur, dass man lernt mit einem Dive-Computer umzugehen. Eine praktische Sache, da dieser Computer einem genau sagt wie lange man auf der aktuellen Tiefe bleiben darf. Gerade bei Multilevel-Dives eine sehr sinnvolle Ergänzung. Der fünfte Dive war ein Fun-Dive und der sechste der Night-Dive. Nachts tauchen ist wirklich gruselig. Ohne seine Taschenlampe würde man gar nichts sehen. Und die Unterwasserwelt ist wie ausgestorben. Die Fische schlafen. Und man sieht sie wie sie sich ein Plätzchen gesucht haben und pennen. Ich wusste gar nicht, dass die richtig schlafen nachts. Eigentlich sollten Zed und ich eine Navigations-Übung machen. Wir sollten wegschwimmen und unseren Instructor mit der Kompassnavigation wieder finden, während er seine Lampe ausschaltet. Aber Zed hat Panik bekommen. Sie hat angefangen zu hyperventilieren und dann mussten wir leider nach 27 Min den Dive abbrechen. Ich muss zugeben, es war auch echt ein wenig gruselig. Ich fands zwar nicht schlimm, aber tagsüber tauchen ist einfach freundlicher. Bunter und eindrucksvoller.
Tauchen ist schon was geiles. Die Tatsache unter Wasser atmen zu können ist großartig. Und dieses freie Gefühl auch. Und die Theorie und Navigation dazu ist auch super interessant. Wenn man sich alleine anschaut was man alles so an Equipment an sich hat. An der linken Hand eine Kompassuhr, einen Dive-Computer, meine Kamera, an der rechten Seite die Taschenlampe, dann den BCD Controller, den Tiefenmesser und die Druckanzeige. Ich finde das Cool. Ich liebe Instrumente und ich liebe es Dinge zu kontrollieren, die eigentlich nicht für den Menschen gedacht sind. Unter Wasser zu sein. Also Tauchen. Und so auch Fliegen ;)
Was auch cool am Tauchen ist, dass man den ganzen Tag mit netten Leuten auf einem Boot abhängt. Nach einem Dive schön in der Sonne liegen, was essen und auf den nächsten Dive warten.
Ja, ich bin jetzt Advanced Open Water Diver. Darf also 30m Meter tief tauchen, Wracks betauchen, weiß wie man Navigiert und wie man mit einem Dive-Computer Multilevel-Dives macht. Das war echt cool.
|
 |
 |
| Mein Divecenter. |
 |
 |
| Dive-Buddy und Dive-Instructor. |
 |
 |
| Unsere Lachgasflaschen. Was haben wir gelacht. |
 |
 |
| Auf dem Weg nach unten. |
 |
 |
| In 30,7 Meter Tiefe. |
 |
 |
| Dem Buddy gehts gut. |
 |
 |
| Mitten durchs Schiffswrack. |
 |
 |
| Wie im Aquarium schwimmen. |
 |
 |
| Nicht mein Freund. |
 |
 |
| Ein echter Reefshark. Musste das Bild leider auf s/w ziehen, damit man was sieht. |
 |
 |
| Fischsuppe. |
 |
 |
| Der Weg nach oben. |
 |
 |
| Viele Taucher: Viele Blasen. |
 |
 |
| Divebuddies bereit für den Nightdive.. |
 |
 |
| Psst. Schlafender Fisch. |
 |
 |
| Und wieder raus aus dem Gruselkabinett. |
 |
|